Ohrringe mit Bali Beads selbst gestalten

Ohrringe mit Bali Beads

Ohrringe mit  Bali Beads selbst gestalten

 

Inhalt:

1. Grundsätzliche Überlegungen beim Entwurf von Ohrringen

2. Was braucht man für Ohrringe mit Bali Beads?

2.1 Ohrhaken

2.2 Nietstifte oder Head Pins

2.3 Werkzeug

2.4 Bali Beads – Silberperlen

2.5 Spacer

3. Arbeitsschritte

3.1 Das Biegen einer einfachen Schlaufe

3.2 Das Biegen mehrerer Windungen

4. Schmuckzubehör bei 1000art

 

Ohrringe mit Silberperlen aus Bali sind sehr einfach zu gestalten, sehen aber aufgrund der Schönheit der verwendeten Silberperlen beeindruckend aus.
Jede Bali Silberperle wird aufwendig in kleinen Silberschmieden in Handarbeit hergestellt. Es ist eine alte, traditionelle Handwerkskunst auf der Ferieninsel, Bali Beads sind daher weltweit sehr geschätzt.

Überlegungen beim Entwurf von Ohrringen

Unabhängig von unserem Schmuckprojekt „Ohrringe mit Bali Beads“ sollte man sich vorab überlegen, für wen die Ohrringe gedacht sind.
So ist es z.B. wichtig zu wissen, ob die künftige Trägerin gestochene Ohrlöcher hat oder Clips benötigt. Ein weiterer Aspekt betrifft mögliche Allergien, denn viele Menschen können nur Edelmetalle wie Silber oder Gold tragen.
Gerade bei Ohrringen ist es sehr wichtig auf das Gewicht der verwendeten Perlen zu achten. Auch die Länge der Ohrringe will bedacht sein: Für den Alltag, beim Telefonieren und Sport, sind kurze Ohrringe oder Ohrstecker bei weitem praktikabler und angenehmer als große Ohrgehänge, die aber natürlich viel her machen.
Bis ca. 30 mm spielt das kaum eine Rolle, aber danach verfangen sich Ohrgehänge auch gerne in längeren Haaren. Falls die künftige Trägerin eine Brille trägt, möchte sie eventuell keine unterschiedliche Metallfarben von Bügel und Ohrhaken.
Die Gesichtsform spielt insofern eine Rolle, dass runde Gesichtsformen durch lange Gehänge gestreckt werden, aber Creolen es mitunter fülliger wirken lassen.
Auch der Anlass, zu dem der Schmuck getragen wird, ist zu bedenken: Eher alltags- und bürotauglich oder groß und funkelnd für den Theaterabend?
Einschränken lassen wir uns dadurch aber nicht, betont es doch eher die Fülle der Möglichkeiten, aus denen wir schöpfen können. Und daher möchte ich Dir kurz alle Materialien vorstellen, die wir brauchen.

2. Was braucht man für Ohrringe mit Bali Beads?

2.1 Ohrhaken

Grundsätzlich kann man bei der Herstellung von Ohrringen auf unterschiedliche Trägerelement zurückgreifen, mit denen die Perlen am Ohr befestigt werden. Die Bekanntesten sind sogenannten Fischhaken, Brisuren oder Ohrstecker.
Für alle diese Schmuckkomponenten ist es zwingend notwendig, dass ein gestochenes Loch im Ohrläppchen vorhanden ist. Neben Juwelieren kann man sich Ohrlöcher auch in Tattoo- und Piercingstudios stechen lassen.
Fischhaken sind gebogene Metallhaken, die einfach durch das Loch geschoben werden. Eigentlich ist keine weitere Sicherung notwendig, aber wer möchte, kann Ohrstopper aus Silikon verwenden, die effektiv verhindern, dass der Ohrring unbemerkt verloren geht.
Die Fischhaken gibt es in sehr einfacher Form, aber auch kunstvoll verziert. Zur Verzierung werden oft kleine Silberperlen, sogenannte Spacer, verwendet. Es ist leicht möglich, je nach Geschmack, einfache Haken mit solchen Spacern selbst aufzupeppen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Wird ein weiteres Schmuckstück wie z.B. eine Kette zu den Ohrringen angefertigt und die gleichen Spacer verwendet, so passen die Schmuckstücke durch die Wiederholung der verwendeten Perlen perfekt zueinander.
Daneben existieren noch Brisuren, deren Haken durch einen Klappmechanismus geschlossen werden können, und Ohrstecker, die durch einen Silber- oder Silkonstopper am Ohr gesichert werden.
Die Fischhaken, Brisuren und Ohrstecker gibt es aus unterschiedlichen Metallen. In unseremSortiment führen wir neben nickelfreien, blei- und cadmiumfreien Metallhaken vor allem welche aus 925-Sterlingsilber, zum Teil auch vergoldet.

2.2 Nietstifte oder Head Pins

Auf die Nietstifte, auch Kettelstifte genannt, werden die Perlen aufgezogen. Sie bilden das Trägermedium, welches anschließend mit dem Ohrhaken verbunden wird.
Meistens haben Nietstifte eine offene Seite, auf welche die Perlen aufgefädelt werden können und eine „geschlossene“ Seite. Die geschlossene Seite verhindert, dass die Perlen durchrutschen, sie werden hier gestoppt, sie werden „Kopf“ genannt. Daher kommt auch der Name Head Pins.
Der Kopf kann aus einer kleinen Kugel, dem Knopf, oder einer flachen Scheibe bestehen. Manche haben auch wunderschöne Enden in Form kleiner Perlen und Verzierungen. Je nach Schmuckdesign empfiehlt sich eine einfache oder eine aufwändigere Version des Nietstiftes.
Wir führen Nietstifte aus nickel-, blei- und cadmiumfreien Metall sowie welche aus Sterlingsilber und versilbertem Kupfer.
Bei der Wahl gilt zu bedenken, dass Silber und Kupfer relativ weiche Materialien sind, die sich entsprechend gut biegen lassen. Da wir am offenen Ende eine Öse biegen werden, tendiere ich persönlich zu Nietstiften aus Silber.
Sind die Ohrringe für den Verkauf gedacht, so soll laut Gesetz der gestempelte Ohrhaken (oder auch der Verschluss einer Kette) dafür garantieren, dass alle Metallteile aus Edelmetall, sprich Silber bestehen.
Neben dem Material spielt natürlich noch die Stärke, also die „Dicke“ der Nietstifte eine wesentliche Rolle. Je dünner, desto leichter zu biegen.

2.3 Werkzeug

Um den mit Perlen bestückten Nietstift am Ohrhaken zu befestigen, biegt man eine Schlaufe, die man dann in den Haken einhängen kann. Hierzu empfiehlt es sich eine Rund- und Flachzange zur Hand zu haben, die ohnehin zur Basisausstattung jeder noch so kleinen Schmuckwerkstatt gehören.

2.4 Bali Beads – Silberperlen

Und natürlich brauchen wir zur Herstellung Bali Beads, um die es ja hier hauptsächlich geht und den Ohrringen ihren den gewünschten Charakter verleihen.
Die Silberperlen aus Bali werden auf der indonesischen Ferieninsel in Handarbeit geschmiedet. Dabei handelt es sich zum eine traditionsreiche Handwerkskunst. Ursprünglich haben die Silber- und Goldschmiede religiöse Gegenstände wie beispielsweise Opferschalen hergestellt.
Heutzutage ist es hauptsächlich der berühmte Silberschmuck und eben die kunstvollen Perlen, die auch bei unserem Schmuckprojekt Verwendung finden.
Jede einzelne Verzierung auf den Perlen wird aus kleinsten Silberkügelchen und Silberdraht aufgebracht, um die fein ziselierten Muster zu erzeugen. Bei diesem Kunsthandwerk ist nicht nur Geduld, sondern vor allem viel Präzision und Können gefragt.
Da jede Perle für sich angefertigt wird, können geringfügige Differenzen in der Größe auftreten, die den einmaligen Charakter der Perlen weiter unterstreichen.
Hergestellt werden sie aus 925-Sterlingsilber. Die Muster treten besonders schön hervor, da die meisten Perlen geschwärzt werden, um die Konturen besonders zu betonen.
Hierzu werden die Perlen durch Oxidation eingeschwärzt und anschließend wieder poliert. So strahlen und glänzen erhobene Oberflächen und setzen sich ab, das Muster tritt besonders hervor, da an tieferen Stellen die schwarzen Stellen bestehen bleiben.
Natürlich ist dies nur mit Perlen möglich, die massiv aus Silber gefertigt sind. Würde es sich um versilberte Perlen handeln, so würde man bei der Methode das Silber gleich mit abreiben.
Sehr schön werden unsere Ohrringe auch, wenn zwar keine Bali Beads verwendet werden, aber dafür Perlkappen aus Bali. Diese sind ebenso reich und schön verziert wie die Perlen und sehen in Kombination mit Lava-, Edelstein- oder Glasperlen einfach nur berückend aus.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, was ja die Schmuckherstellung nicht nur so einfach, sondern auch so befriedigend macht. Blitzschnell kann man neue Design erschaffen und auch wieder verwerfen, falls sie dann doch nicht gefallen.

2.5 Spacer

Je nach Geschmack und Design können weitere kleine Perlen verwendet werden.
Entweder kleine Silberspacer oder kleine Glasperlen. Besonders hübsch sehen hier zum einen die funkelnden Kristallschliffperlen oder hübsche Edelsteinperlen bspw. aus Achat aus.
Auch Wachsperlen bieten sich gut an und können ein Ersatz für Zuchtperlen sein, da deren Bohrloch oftmals zu klein ist, um auf Nietstifte aufgefädelt werden zu können.

3. Arbeitsschritte

Am einfachsten und vergnüglichsten ist das Arrangieren der ausgewählten Bali Silberperle zusammen mit anderen Perlen auf dem Nietstift. Gefällt einem die Komposition nicht, so probiert man in Sekundenschnelle eine neue Variante aus.
Danach soll der Nietstift mit dem Ohrhaken verbunden werden, wozu eine Öse gebogen werden muss. Es ist nicht schwer, aber ein klein wenig Übung braucht man trotzdem, damit das Ergebnis möglichst professionell aussieht.
Der Draht soll mit Hilfe des Werkzeugs immer so nah wie möglich am eigentlichen Ort des Geschehens festgehalten werden, um die Kontrolle zu behalten. Um unerwünschte Abdrücke zu vermeiden, sollten die Backen der Zangen keine Rillen aufweisen, sondern schön flach sein. Auch verteilt sich der Druck so besser.

3.1 Das Biegen einer einfachen Schlaufe

Für unsere Öse reicht prinzipiell eine einfache Schlaufe. Hierzu wird eine Rundzange verwendet. Wird die Schlaufe immer am untersten Teil der Zange gebogen, so ist das eine Garantie, dass jede Schlaufe gleich groß wird.
Allerdings – je nach Zange – kann diese Drahtschlaufe dann deutlich größer als gewünscht sein. Um kleinere, gleichgroße Schlaufen zu biegen, kann die Zange einfach mit einem Permanentmarker oder einem Stück Washitape, auf dem eine Markierung angebracht wird, versehen werden. Die Rundzange gibt die Form sowie die Größe der Schlaufe vor.
Genug Theorie, es geht los. Wir haben die Perle oder Perlen aufgezogen und sind begeistert vom Design. Nun biegen wir eine einfache Schlaufe, indem wir sicherstellen, dass die Perlen eng am Kopf des Nietstiftes sitzen, so dass keine Lücke entsteht.
Der Nietstift wird nun in einem 90 Grad Winkel direkt an der letzten Perle abgewinkelt. Im nächsten Schritt wird der Nietstift mit Hilfe des Seitenschneiders so gekürzt, dass noch ca. 1 cm stehen bleibt.
Der Draht des Nietstiftes wird jetzt über sich und die zuvor angebrachte 90-Grad-Biegung aufgerollt. Hierzu wird der der bestückte Nietstift so gehalten, dass das abgeschnittene Stück von einem weg zeigt.
Dieses wird mit Hilfe der Rundzange zu einem Bogen auf einen zu geformt. Damit eine schöne Rundung erzielt wird, sollte die Zange mehrmals neu angesetzt werden. Günstig ist es, wenn das Ende der Schlaufe in das Perlloch verschwindet.
Sollte zuviel Draht des Nietstiftes stehen geblieben sein, so kann dieser gekürzt werden.

3.2 Das Biegen mehrerer Windungen

Mehrere Windungen sehen nicht nur sehr dekorativ aus, sondern sichern zugleich das Schmuckstück, da sie sich nicht so leicht aufbiegen wie es bei einer einfachen Schlaufe zumindest theoretisch möglich ist. Die Technik erfordert ein klein wenig Übung, aber der Aufwand lohnt sich durch die erzielte Optik allemal.
Gehen wir ans Werk: Zunächst einmal brauchen wir hierfür neben einer Rundzange auch eine Flachzange.
Nachdem unsere Perlen wieder auf dem Nietstift aufgefädelt sind, zwicken wir diesen ab, er sollte oberhalb der letzten Perle aber noch gut 4 cm haben.
Die Flachzange wird direkt über der letzten Perlen angesetzt und hält den Draht gut fest, während wir direkt über der Zange den Draht in einem rechten 90 Grad Winkel biegen.
Die Windungen sitzen später in dem Raum zwischen Perle und 90 Grad Biegung, d.h. je nachdem wieviele Biegungen wir anstreben, lassen wir diesen Raum größer oder kleiner. Je weiter hinten unsere spitz zulaufenden Flachzangen also angesetzt werden, desto größer wird der Raum, sprich desto mehr Windungen hat unser Ohrring später.
Nun wird der Draht mit der Rundzange über der 90-Grad-Biegung gepackt und wir formen eine einfache Schlafe bis sich der Draht kreuzt.
Um gerade, schöne Windungen zu erhalten, muss der Draht sich in einem 90 Grad Winkel kreuzen und der Draht darf nicht an die Backen der Zange stoßen, hierzu müssen wir die Zange eventuell mehrmals umsetzen.
Nun halten wir die entstandene Schlaufe mit der Rundzange oder einer zweiten Flachzange fest und führen den Draht um sich selbst mit Hilfe der Flachzange. Anders ausgedrückt: Der Draht wird nun um sich selbst gewickelt indem man den Draht in einem Kreis um das freie Stück zwischen erster Schlaufe hin zu den Perlen gezogen wird.
Dabei sollen die entstehenden Windungen eng aneinander sitzen, was durch langsames, bedächtiges Arbeiten erreicht wird.
Mit dem Wickeln hört man auf, wenn die Perle erreicht ist. Nun wird der Draht so dicht wie möglich an der Perle abgeschnitten. Um sich nicht an dem Draht zu verletzen, versuchen wir das Ende nach innen zu schieben.
Wer allerdings noch sehr viel Draht übrig hat und die Meisterschaft der Wickeltechnik erlangen möchte, kann mit dem Draht auf der Perle weiter wickeln, so entsteht eine wunderhübsche Perlkappe und stellt damit ein eigenes, dekoratives Element dar. Allerdings sind ja unsere Ohrringe aus Bali Beads schon so reichhaltig verziert, dass dies bei diesem Projekt eher störend statt hilfreich wäre.

4. Schmuckzubehör bei 1000art

Ohrringe mit Bali Beads selbst gestalten, ist also eine höchst vergnügliche Angelegenheit, noch dazu mit Erfolgsgarantie. Alle vorgestellten Schmuckkomponenten in hervorragender Qulaität zu fairen Preisen findest Du in unserem Shop und kannst sie 24/7 online bestellen. Wir liefern an 5 Werktagen die Woche schnell aus, die Lieferzeit beträgt in der Regl ein bis zwei Werktage.  Wenn Du nach weiteren Anleitungen zum Schmuckbasteln suchst, möchte ich Dich herzlich in unsere Perlenwerkstatt einladen. Dort gibt es viele DIY zu verschiedenen Techniken, um Ketten. Armbänder und Ohrringe zu machen.